Über diese Website

Noch eine Website zu HIV und Aids – was soll das bringen? Gibt es nicht schon ausreichend Informationen im Internet?


Worum geht es auf dieser Seite?

Diese Website bietet keine biologischen oder medizinischen Fakten zu HIV, sie sind wirklich an anderer Stelle leicht zu finden.

In der praktischen Arbeit von Aids-Beratungsstellen und -Seelsorge zeigt sich aber, dass HIV und Aids individuelle und gesellschaftliche Reaktionen hervorruft wie kaum eine andere Krankheit. Rainer Jarchow, der frühere Hamburger Aids-Pfarrer, nannte Aids den „Sensor für Unerledigtes“, für das Unerledigte, das „Un-heile“ in einem Menschen oder in der Gesellschaft.

 

Damit ist HIV und Aids ein Thema für die Kirche(n). Entsprechend gab es von Beginn an Aids-Gottesdienste: sie waren anfänglich Trauergottesdienste für die Verstorbenen, wurden aber immer mehr auch Mahngottesdienste, sich in Menschen mit HIV einzufühlen und sie nicht auszugrenzen. Sie waren Trostgottesdienste für HIV-Infizierte, in denen ihnen Würde und Wert zugesprochen wurde anders als in der Gesellschaft, die sie stigmatisierte.

 

Da sich in dieser Krankheit viele Themen bündeln, die im Religionsunterricht angesprochen werden, war er neben dem Biologieunterricht schon bald der Ort, an dem HIV in der Schule  aufgegriffen wurde. Hier wurden nicht die medizinischen Fakten thematisiert, sondern Leben mit einer schweren Krankheit, Ausgrenzung, Empathie, Gesundheit und Heil-Sein. Und vor allem wurde den Schülerinnen und Schülern nahegebracht, wie es HIV-infizierten Menschen in unserer Gesellschaft geht.

 

Das ist auch heute noch notwendig. Zwar ist eine HIV-Infektion eine gut behandelbare chronische Erkrankung geworden. Die Lebenserwartung ist bei regelmäßiger Einnahme der Medikamente vermutlich kaum reduziert, die körperliche Lebensqualität hoch. Doch auch heute noch werden HIV-infizierte Menschen ausgegrenzt und stigmatisiert. Deshalb wagen die meisten nicht, offen mit HIV zu leben. Ihre psychische Lebensqualität ist häufig deutlich verringert.

 

Mit dieser Website wollen wir Fachleuten aus Schule und Kirche Material zur Verfügung stellen, wie sie in Unterricht und Gottesdienst sich dem Thema HIV/Aids nähern und dabei wesentliche Themen wie Empathie, Hoffnung oder Umgang mit Ängsten anschaulich machen können.

 

Drei der zehn Aids-Beratungsstellen in Bayern sind in Trägerschaft von Diakonischen Werken. Diese drei Beratungsstellen werden unterstützt vom Aids-Referat des Diakonischen Werkes Bayern. Seit Beginn war es wichtig, in die Kirche hineinzuwirken und sie mit in die Arbeit der Diakonie einzubinden. Deshalb entstand Anfang der 90er Jahre der Arbeitskreis „Aids und Kirche“, der interessierte Pfarrer und Pfarrerinnen und Mitarbeitende aus den Aids-Beratungsstellen umfasst. Dieser Arbeitskreis hat die Website initiiert und umgesetzt.

 

Zum Team, das die Website erarbeitet hat, gehören aus dem Arbeitskreis „Aids und Kirche“:

Sebastian Kühnen, Pfarrer, Aids-Seelsorge München

Hermann Schuster, Diplom-Psychologe, Aids-Beratungsstelle Oberfranken

Doris Stankewitz, Diplom-Psychologin, Aids-Beratungsstelle Niederbayern

Katrin Strohhöfer, Diplom-Psychologin, Aids-Beratungsstelle Mittelfranken

Nicht namentlich gekennzeichnete Beiträge stammen von diesem Team bzw. von den beiden hinzugezogenen Lehrkräften:

Thomas Krispin, Dipl.-Religionspädagoge (FH) und Mittelschullehrer, Passau

Antje Spielberger, Gymnasiallehrerin für ev. Religion, Passau

 

Das Öffentlichkeitsreferat des Diakonischen Werks Bayern und Frau Schobel vom Aids-Referat des Diakonischen Werks Bayern haben sehr geholfen bei der Beschaffung der Rechte.

In Einzelfällen ist es uns aber trotz vieler Bemühungen nicht gelungen, den Rechteinhaber oder die Rechteinhaberin ausfindig zu machen. Sollten Sie die Rechte für einen hier eingestellten Text haben, ohne dass Sie uns die Rechte gewährt haben, nehmen Sie bitte mit dem Aids-Referat des Diakonischen Werks Bayern Kontakt auf.

 

Unser Dank gilt auch Petra Eberle, der ehemaligen Aids-Referentin des Diakonischen Werks Bayern. Sie hat an der Konzeption der Website mitgearbeitet und die Finanzierung sichergestellt.

 

Wir danken dem ehemaligen Leiter der Gymnasialpädagogischen Materialstelle, Herrn StD Roland Deinzer, der uns von Anfang an ermutigt und wertvolle Hilfe bei der praktischen Umsetzung geleistet hat, sowie dem Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn für die Kooperation.

 

Und vor allem danken wir den vielen Menschen, die uns erlauben, ihre Texte zu teilen und sie damit für den Unterricht freizugeben. Erst sie ermöglichen diese Website.

 

Wir wünschen uns, dass die zur Verfügung gestellten Texten und Methoden für Ihre Arbeit hilfreich sind. Für Verbesserungsvorschläge sind wir sehr dankbar.

 

Susanne Ehrler, Aids-Referentin des Diakonischen Werks Bayern